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Impressionen

Ein paar Bildeindrücke von unserem Haus und der Umgebung:

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.

Communität IHS - Schwesternhaus Ambach

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Archiv

Ab hier findet man die älteren Beiträge, die wir aufhebenswert finden, aber nicht sofort ins Auge springen müssen...

Weihnachten 2019

Vorsicht Alarmanlage

Wir wünschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes, friedvolles Jahr 2020, Eure Communität IHS

Juli 2018

"Hoffen heißt, an das Abenteuer der Liebe glauben, Vertrauen zu den Menschen haben, den Sprung ins Ungewisse tun und sich ganz Gott überlassen."

Dom Helder Camara (1909-1999), brasilianischer Erzbischof, Befreiungstheologe und Gründer von Basisgemeinden,
zit. in: Te Deum, Juli 2018.

Osterzeit 2018

„Denn wo Euer Schatz ist, da ist euer Herz“

Mt 6,21

Wo wir uns anstecken lassen und der Liebe eine Chance geben, wird sie wachsen und Großes bewirken. Oder anders, mit Theresa von Avila gesprochen: „Ich halte es für unmöglich, dass die Liebe sich damit begnügt, ständig auf der Stelle zu treten.“ In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine dynamische Osterzeit.

P. Bernd Franke SJ

 

Fastenzeit 2018

Lichtgesang

ein licht gegen den tod
und eines gegen die angst

ein licht gegen das dunkel
und eines gegen die trauer

ein licht gegen den schmerz
und eines gegen die verzweiflung

ein licht über dem abgrund
und eines an den himmel

ein licht für die toten

ein licht, das erinnert
ein licht, das bittet
ein licht, das dankt

für den glauben ein licht
und verstohlen

ein licht für die hoffnung

(Werner Kallen, Unter abgeräumtem Himmel, Würzburg 2017,68)

 

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Mk 1,15

Ein starker Auftakt. Zu Beginn der Fastenzeit klingen die Worte Jesu wie ein Weckruf. Denkt um, denkt neu, wechselt die Perspektive – denkt und urteilt vom Evangelium her. Lebe das vom Evangelium, was du verstanden hast und sei es noch so wenig, aber lebe es (nach Frere Roger). Fastenzeit heißt für mich die Komfortzone verlassen, den eigenen Lebensstil und Denkstil kritisch prüfen und Gottes Möglichkeiten im Leben mehr trauen, als der eigenen Mutlosigkeit.

 

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mt 25,40

Konkretionen: Genau hinsehen, mitfühlen und handeln. Die Liebe zu Gott hat immer praktische Auswirkungen. Wer das Doppelgebot der Liebe spaltet, verfehlt sein Christsein. Jon Sobrino SJ hat es auf den Punkt gebracht: Es mangelt uns nicht an Wissen und Erkenntnis – es mangelt uns an Mut, das als richtig Erkannte auch entschieden umzusetzen.

 

„Bleibt in meiner Liebe!“ Joh 15

Ein Gebot – nicht nur zur österlichen Bußzeit: Die Umkehr besteht darin, in der Liebe zu bleiben. Das kann auch bedeuten, dass ich mich - gegen alle inneren Widerstände - lieben lasse und dass ich der Liebe mehr traue, als dem Hass und der Gleichgültigkeit. So gesehen sind es zwei Seiten einer Medaille. Auf der einen Seite steht: „Glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1,15) auf der anderen Seite steht „Bleibt in meiner Liebe“.

Weihnachtsgruß 2017

Gesegnete Weihnachten und ein friedvolles Jahr 2018

Communität IHS

Sie kommen von weit,

sie folgen dem Stern,

sie beten das Kind an

und sie ziehen den Weg in ihren Alltag weiter:

Die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott ist nicht zu Ende:

„lasst uns laufen…. es ist noch alles Zukunft.

Es sind noch alle Möglichkeiten des Lebens offen, weil wir das Licht, weil wir Gott noch finden, noch mehr finden können.

Nichts ist vorbei und dem verloren, der Gott entgegenläuft, dessen kleinste Wirklichkeit größer ist, als unsere kühnsten Illusionen.

Mensch verzage nicht, der Stern ist da und er leuchtet!“ Karl Rahner SJ

Advent 2017

 

„Ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann.“

Offenbarung 3,8

 

 

Herzliche Einladung im Advent zu

 

STILLE - GEBET – GESPRÄCH

 

jeweils dienstags

19.30h-21h

 

Schwesternhaus Ambach

 

Wir wünschen Ihnen allen einen inspirierenden Advent.

 

 

IHRE COMMUNITÄT IHS

 

Herzenssache

Wie kommt das Herz ins Credo? Jeden Sonntag beten Christen und Christinnen dieses alte Gebet. Es stammt aus den ersten Jahrhunderten der Kirche und hat seinen Ursprung in der Taufliturgie. Manche Menschen sprechen heute das Credo als würden sie eine Exeltabelle vorlesen. Ganz korrekt und richtig. Zugegebenermaßen, der Text ist etwas spröde. In den Worten schwingt jedoch viel mehr Herzblut mit, als vielen heute bewußt ist. Wer sich heute als Erwachsener taufen lässt, der wird nach diesem Bekenntnis gefragt. Dabei geht es nicht um eine Weltanschauung, sondern um die ganz persönliche Zuwendung zu Gott. Es ist Gebet. Credo – kommt von „Cor do“, das Herz geben. Ich gebe mein Herz hin zu Jesus Christus, auf ihn will ich mich ausrichten. Das Bekenntnis ist Antwort auf Gottes geheimnisvolle barmherzige und zärtliche Zuwendung. Im Credo sage ich sage JA zu Gott, JA zum eigenen Leben, JA zur Gemeinschaft der Glaubenden. Es ist die EINE Taufe, die uns Christen verbindet, in der jeder und jede mit der priesterlichen, prophetischen und königlichen Würde umkleidet wird. Das Taufgewand, die Albe, ist Zeichen dafür. Ich glaube, heißt so viel wie „Ich mache Platz in meinem Herzen“. Ich gebe Raum in mir. Ich lasse zu, dass die Liebe Wurzeln schlägt. Dass sind keine frommen vertröstenden Sätze. Die Liebe ist nie harmlos. Wer sich bekennt, öffentlich zu einem Leben aus dem Glauben an Jesus Christus bekennt, der wird angreifbar, der macht sich verletzlich bis auf die Herzhaut. Ostern ist das Fest der Revitalisierung unserer Herzen. Lassen wir uns von Gott aufrichten und unsere Herzen neu ausrichten.

Gabriela Grunden, Communität IHS

Zur Fastenzeit

Ich liebe die Menschen so sehr, weil ich in jedem Menschen ein Stück von dir liebe, mein Gott. Wenn man die Menschen nur lehren könnte, dass man es sich „erarbeiten“ kann:

Es ist die einzige Möglichkeit, ich sehe keinen anderen Weg, als dass jeder von uns Einkehr hält in sich selbst und all dasjenige in sich ausrottet und vernichtet, was ihn zu der Überzeugung führt, andere vernichten zu müssen.“

Etty Hillesum, (1914-1943); niederländisch-jüdische Lehrerin, aus: Te Deum, 24. 2. 2017

Neujahrsgruß 2017

Laßt auch uns auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott gehen! Laßt uns laufen! Laßt uns vergessen, was hinter uns liegt. Es ist noch alles Zukunft. Es sind noch alle Möglichkeiten des Lebens offen, weil wir Gott noch finden, noch mehr finden können. Nichts ist vorbei und dem verloren, der Gott entgegenläuft, dessen kleinste Wirklichkeit größer ist als unsere kühnsten Illusionen, dem Gott, der die ewige Jugend ist, in deren Land keine Resignation wohnt. Wir wandern durch die Wüsten. Herz, verzage nicht über den Anblick des Pilgerzuges der Menschheit, der Menschen, die gebückt unter der Last ihrer verschwiegenen Qual weiterziehen, immer weiter, scheinbar alle in die gleiche Ziellosigkeit. Verzage nicht: der Stern ist da und leuchtet. Die heiligen Bücher sagen, wo der Erlöser zu finden ist. Die sehnsüchtige Unruhe treibt...

Ein neues Jahr hat begonnen. Auch in diesem Jahr ziehen alle Wege vom Morgenland zum Abendland durch die Wüsten des Lebens endlos an Vergänglichkeit vorbei. Aber man kann auf ihnen die selige Reise der Pilgerschaft zum Absoluten machen, die Reise zu Gott. Brich auf, mein Herz, und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen.

Karl Rahner

Advent

Hinab

hinuntersteigen
ins bodenlose

entlang der wandlung

zur wunde
zum quell

      Werner Kallen

Mein Weg nach Ambach

Ab Januar 2017 werde ich in der Communität IHS mitleben und deshalb freue ich mich, Ihnen ein wenig über mich und meinen Weg nach Ambach zu erzählen.

Kindheit und Jugend bis zum Abitur verbrachte ich in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im pietistischen Nordschwarzwald in einer Kleinstadt. Meine Eltern führten das Hotel, das in der 7.Generation in der Familie war. Durch meine Ausbildung im Hotelmanagement in Lausanne in der Schweiz war der Grundstein für eine internationale Hotelkarriere gelegt, die zunächst auch erfolgreich begann. Als dann nach einigen Jahren mein neugeborener Sohn neben mir lag und sich mir die Frage aufdrängte, was ich diesem Kind nun an wirklich Wichtigem im Leben mitzugeben hätte, fiel mir nichts ein. Das hat mich zutiefst erschreckt und so begann ich meine Suche. Ich entdeckte eine tiefe Sehnsucht in mir, die nach ca. 4 Jahren in einer lebendigen Gottesbeziehung ihr Ziel fand.

Im Herbst 1995 entdeckte ich den Segen der Stille. - Ganz allein, während eines 5-tägigen Aufenthalts auf einem Bauernhof irgendwo in der Landschaft um den Kirchsee. Spazier-gänge, Bibelstudium und einfaches Sein füllten meine Tage aus und erfüllten mich mit einem tiefen Frieden.

Diese Erfahrung wollte ich teilen und für andere Möglichkeiten dazu schaffen. Damals war ich noch Mitglied in einer ev. Freikirche. So begann ich den Mitgliedern der Gemeinde die Stille „schmackhaft“ zu machen indem ich Stille Tage und Stille Wochenenden organisierte und durchführte. Ich begann Theresa von Avila zu lesen - und spürte tief in mir eine Resonanz. Um die Jahrtausendwende entdeckte ich die Exerzitien, zu denen ich mich dann auch jährlich anmeldete, zunächst in evangelischen Häusern der Stille.

Als mein Mann vor 17 Jahren starb war es für mich klar, dass ich keine Partnerschaft mehr suchen würde. Mein Ziel war und ist tiefer in die Gottesbeziehung hineinzuwachsen.

Weil immer mehr Menschen Gespräche mit mir suchten entstand der Wunsch, mir „Handwerkszeug zu beschaffen“, und so entschied mich eine Logotherapieausbildung zu machen. Durch die Logotherapie weitete sich mein geistiger Horizont - mein katholischer Weg begann. Er wurde konkret durch ein Wochenendseminar bei den Zisterzienserinnen in Oberschönenfeld ausgelöst. Ich lernte die benediktinische Spiritualität kennen, die mich sehr berührte. Da ich 3 weitere Semester sowie die Supervisionssemester bei Dr. Elisabeth Lukas in Kremsmünster (es gibt dort ein Benediktinerstift) machen konnte, wurde mir das Benediktinische immer mehr vertraut - und ich hatte den Eindruck, dass ich mit meiner spirituellen Sehnsucht in der katholischen Kirche eine Platz finden würde. Und so kam es, dass ich im Juli 2012 in St. Bonifaz in München gefirmt und in die katholische Kirche aufgenommen wurde. Aber mein Weg führte mich dann noch weiter - nach St. Michael. Dort lernte ich die ignatianische Spiritualität kennen in der ich mich mit meinem Weg nach kurzer Zeit wiederfand.

Parallel dazu wuchs in den vergangenen 20 Jahren in mir der Wunsch - und er nahm immer konkretere Formen an - in einem „Haus der Stille“ mitwirken zu können - Gastfreundschaft anzubieten im dem Sinn, in dem Romano Guardini dies formuliert hat: „einander Rast geben auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause.......“ - und mich einer geistlichen Gemeinschaft anzuschließen. Als Dr. Gabriela Grunden in einer Fastenpredigt - ich glaube es war 2013 - ihre Gemeinschaft, die Communität IHS in Ambach vorstellte, schlug mein Herz höher - das war genau das, was ich mir vorstellte: miteinander Glauben leben im Alltag, in aller Einfachheit, das Haus (und das Herz) öffnen für andere Menschen die auf den Weg sind, und offen sein für die Aufgaben und Herausforderungen die daraus erwachsen. Seit letzten November haben wir einander Gelegenheit gegeben uns näher kennenzulernen und finden, dass wir gut zusammen passen. Ich freue mich darauf, mit den anderen Schwestern unserer je eigenen Sehnsucht zu folgen und diesen lebendigen Glauben, der unser gemeinsames Fundament ist, in unserem Miteinander konkret werden zu lassen.

Und ich freue sehr auf eine Begegnung mit Ihnen, wenn Sie nach Ambach kommen.

 

Christine Marbeiter

Pfingst-Gedanken

Inspiriert?

Wer in einem Raum mit anderen Menschen einige Stunden lang bei geschlossenen Fenstern diskutiert und gearbeitet hat, wird es kennen: Sobald sich die Fenster öffnen und frischer Wind hineinkommt, beginnen alle aufzuatmen. Frische Luft bringt in Bewegung. So muss es auch den Aposteln ergangen sein. Ob sie miteinander diskutiert und gearbeitet haben, ist nicht überliefert, wohl aber dass sie sich aus Angst hinter verschlossenen Türen versammelten (Apg 2). Sie hatten Ostern erlebt, doch aufatmen konnten sie offenbar nicht. Angst und Zweifel hatten sie gepackt. Es fehlten Mut, Kraft und Inspiration. Und plötzlich geraten sie in Bewegung. Göttliche Frischluft hatte ihre Lungen und Herzen erreicht. Und diese frische Luft, die in Bewegung setzt, erkennen sie als Gottes Geist. Die Apostel haben sie dringend gebraucht, sonst wären sie erstickt.

Von göttlicher Frischluft ist in den biblischen Schriften immer wieder die Rede. Das hebräische Wort Ruach ( feminin), steht für Atem, Geist. Wo Gottes Geist weht, da öffnen sich Lebensräume, wird neues Denken möglich. Im Griechischen steht für Ruach pneuma (neutrum), im Lateinischen spiritus (maskulin). Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Das ist ein Kriterium zu entdecken, mit welchem Geist wir es zu tun haben. Göttlicher Geist belebt, erfrischt, ermutigt, stärkt, ist wahr und echt. Und darum geht es auch Ignatius von Loyola wenn er schreibt: Bewahre Dir in allen Dingen die Freiheit des Geistes (Ignatius von Loyola). Ich wünsche uns allen eine geistvolle inspirierende Zeit und die Offenheit für die göttliche Frischluft im eigenen Leben.

Gabriela Grunden, Communität IHS

Ostergruß

OSTERAUGEN

Ich wünsche uns Osteraugen,

die im Tod bis zum Leben,

in der Schuld bis zur Vergebung

in der Trennung bis zur Einheit,

in den Wunden bis zur Herrlichkeit,

im Menschen bis zu Gott,

in Gott bis zum Menschen,

im Ich bis zum Du zu sehen vermögen.

Klaus Hemmerle

Wir wünschen allen eine gesegnete Osterzeit

Update

Die großen Sommerferien sind zu Ende. Die zweite Jahreshälfte beginnt. Erstklässler fiebern aufgeregt dem ersten Schultag entgegen. Für viele steht der September im Zeichen des Neuanfangs: Ein neues Schuljahr, ein neues Studienjahr, eine neue Lebensphase beginnt. Es geht um Aktualisierung, um ein Update, nicht nur im Blick auf die äußeren, sondern nicht weniger um die inneren Lebensumstände. Die Zeit nach den großen Sommerferien ist häufig auch mit einem Perspektivwechsel verbunden. Nach einer Zeit der Entspannung, kann Mut und Lust auf Neues wachsen. Sich mehr Zeit nehmen für das, was wirklich wichtig ist, innehalten und entschiedener das eigene Leben in die Hand nehmen: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“ (H. Hesse).

Möglicherweise können uns Exerzitien helfen, die spirituelle Dimension in unserem Leben mehr zum Klingen zu bringen. Mit allen Sinnen glauben, aufgerichtet und ausgerichtet auf ein Ziel Leben lernen: Nachhaltig Mensch sein – darum geht es ganz aktuell. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (1 Kor 3,17). In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen eine inspirierende Herbstzeit.

Ihre Communität IHS

Auf was kommt es an?

Das fragt die Fastenzeit. Und Jesus zeigt es: Brot teilen und Füße waschen. Die Fußwaschung im Johannesevangelium steht dort, wo die anderen Evangelien von der Eucharistie berichten: So will sich Jesu Leben in uns ausprägen. In jeder Eucharistiefeier vergegenwärtigen wir dieses Geschehen, um von seinem Wort und Zeichen gewandelt zu werden.

Darauf kommt es an: Der Macht der Liebe und ihrer verwandelnden Kraft zu trauen. Jesus stellt die entscheidende Frage am Gründonnerstag: „Begreift ihr, was ich an euch getan habe?“ – „Habt ihr verstanden, auf was es ankommt, wenn ein Leben gelingen soll, wenn Menschlichkeit und Güte die Welt prägen sollen?“ Jesus bricht das Brot und wäscht die Füße – Ausdruck seiner Liebe, die bis zum Letzten geht. Es ist die Liebe Gottes in ihm, die Liebe, die dient.

Sie sagt Ja zu uns, wie wir sind, sie stützt das Schwache und befreit von der Enge und Angst, die meint, nicht zu genügen und alles im Griff haben zu müssen. Diese herausfordernde Liebe verwandelt ein Leben. Die sich darauf einlassen, „bevollmächtigt“ sie, ebenso zu handeln und mitzuwirken an der Erlösung der Welt. Darauf kommt es an!

Die österliche Bußzeit: Eine Chance, das neu zu begreifen mit dem Motto von Misereor - „Mut ist, zu geben, wenn andere nur nehmen.“ Das ist die Lebensart Jesu, die mit jeder Eucharistiefeier ein Stück mehr die unsere werden will. Ihm sollen wir ähnlicher werden und uns anstecken lassen von der österlichen Kraft, die uns und unsere Welt wirklich zu verwandeln vermag. Uns allen ein mutiges Zugehen auf Ostern!

Bernd Franke SJ, März 2016

Herzmitte

Das Wort Barmherzigkeit ist das Stichwort des Jahres 2016. Zumindest, wenn man dem Anliegen von Papst Franziskus folgt. Manche glauben, es bedeute Mitleid mit den Armen, den Zukurzgekommenen. Wenn wir uns biblisch orientieren, dann steht für Barmherzigkeit, bzw. Mitleid der Ausdruck „rachamim“. Das hebräische Wort ist abgeleitet von Mutterschoß; womit auch die Eingeweide des Menschen gemeint sein können. Sie gelten als Sitz der Gefühle. Auch das Herz ist nicht nur ein Organ, sondern es ist die Mitte des Menschen. Aus dem Herzen entspringen die Gefühle und die Urteilskraft. Barmherzig sein hat biblisch gesehen mit uneigennützig, sanftmütig, mitfühlend, menschenfreundlich, liebenswürdig zu tun. Wer Barmherzigkeit zum Leitprinzip wählt, kommuniziert auf Augenhöhe. Er handelt nicht mildtätig herablassend, sondern, respektvoll, wertschätzend, entgegenkommend. Von daher gilt: Es gibt keine Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit. „Die Gerechtigkeit ist das Minimalmaß, wie man sich verhalten muss gegenüber anderen. Die Barmherzigkeit ist das Maximum“ (Walter Kasper). Im Lukasevangelium – in meiner Lieblingsstelle – klingt das so: „Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höre um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens“ (vgl. Lk 1, 78f). Barmherzigkeit ist das Charakteristikum Gottes und zugleich unsere edelste Handlungsmaxime. Es ist, als ob uns Gott für einen winzigen Augenblick, für einen Hauch nur, in sein Innerstes, in sein Herz schauen ließe.

Herzmitte.

Gabriela Grunden

Weihnachten 2015

„Gott begegnet man auf dem Weg,

indem man ihn sucht

und sich von ihm suchen lässt –

zwei Wege,

die sich begegnen.“

Papst Franziskus

Wir wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein friedvolles Jahr 2016

Ihre Communität IHS

Da kommt etwas auf uns zu

Schwerter zu Pflugscharen! (Jes 2,1-5). Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht (Jes 35,1-6). Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. (Röm 13,11).

Die biblischen Texte zum Advent sind voller umstürzlerischer Dynamik, voller Aufbruch, voller Visionen einer neuen, nahen Zukunft. Mal ehrlich: Warten Sie auf Gott? Worauf warten Sie? Oder haben Sie ihre Erwartungen und Wünsche schon abgelegt, weggeräumt, abgestellt und aufgegeben? Advent meint kein „so tun als ob“ und am Ende ist doch alles wie immer, wie in jedem Jahr. Sondern: Da kommt noch etwas auf uns zu, da ereignet sich etwas, da passiert noch etwas - und es lohnt sich zu warten, aufmerksam, gespannt, offen, frei… Christen und Christinnen warten nicht auf irgendetwas, sondern auf „jemanden“, darauf, das Gott spürbar wird, heilend, befreiend, belebend - ganz konkret. Warten heißt dann: Ich setze auf mehr als auf mich, mein Tun, mein Denken, meine Macht. Ich warte darauf, dass noch etwas kommt, was meinen Horizont weit übersteigt. Und wie? Seit Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, führt kein Weg zu Gott am Menschen vorbei. Advent übt den Perspektivenwechsel: Vom Haben- Besitzen- und Gelten- wollen, zum Teilen, Loslassen, Annehmen; von der Gleichgültigkeit zur Achtsamkeit, von der Egozentrik zur Solidarität. Das sind keine frommen Utopien für Tagträumer. Wer die Perspektive wechselt, verändert die Machtverhältnisse. Mögen wir adventliche Menschen werden: frei, verletzlich, mutig, echt. „Niemand besitzt Gott so, dass er nicht mehr auf ihn warten müsste. Und doch kann niemand auf Gott warten, der nicht wüsste, dass Gott schon längst auf ihn gewartet hat“ (Dietrich Bonhoeffer).

Dr. Gabriela Grunden

Advent 2015

„Anfang ist nicht da, wo es beginnt,

sondern wo wir stehen,

zu beginnen bereit.“

(Elazar Benyoetz)

Warten (Alfred Delp)

Es gibt im Leben nichts Seligeres als das echte Warten.

Aber auch keine größere Unseligkeit als das Warten-Müssen, da jeder Plan wieder vereitelt wird, immer wieder manches in Scherben liegt. Warum ist das so? Du musst dich ausstrecken, aber du wirst nicht wesentlich über dich hinauskommen, wenn nicht das Andere dir entgegenkommt.

Der Mensch ist nur dann wirklich Mensch, wenn er über sich hinauskommt. …

Der Einzelne wie die Menschheit kommen immer wieder in die Erschlaffung… Daher dieser Anruf Gottes hin zu dem persönlichen Wachwerden, zum Sichselbstbesinnen…

Dies sei unser 1. Adventslicht: alles, was uns passiert, was uns droht, zu begreifen von diesem Wartecharakter des Lebens her. Wir müssen, weil wir unterwegs sind, alle Seligkeit und Unseligkeit des Wartens aushalten. Der Charakter des Lebens ist das Weitergehen und Ausschauen und Aushalten, bis das wache Menschenherz und das uns begegnende Gottesherz zusammenkommen, in der echten inneren Begegnung ---

Gott betritt nur eigene Räume, die immer Ausschau halten nach ihm. Und wir werden wieder erleben, wie all die anderen Dinge in anderem Sinn von Gott hinzugegeben werden:

„Alle, die wirklich auf ihn warten, werden nicht enttäuscht werden“ … es kommt darauf an, dass wir warten und wachen und uns nach den Dingen ausstrecken in echter Offenheit.

Alfred Delp, Gesammelte Schriften, Bd. III, Frankfurt 1985, 33-35.

Artikel Münchner Kirchenzeitung

Ein Ort zum geistlichen Auftanken

Die Communität IHS hat in Ambach am Starnberger See ihr Zuhause gefunden

Gabriela Grunden (rechts) und Marianne Müllner genießen den schönen Garten direkt  am See.

Gabriela Grunden (rechts) und Marianne Müllner genießen den schönen Garten direkt am See.

"Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen an Leib und Seele wieder gesunden. Dafür haben wir einen passenden Ort gesucht." Gabriela Grunden sitzt mit ihrer Mitschwester Marianne Müllner bei herrlichem Wetter auf der Terrasse, denn die Mitglieder der Communität IHS haben ihr Zuhause inzwischen gefunden. Durch eine E-Mail erfuhren sie, dass die Familienschwestern für ihr Erholungshaus in Ambach am Starnberger See Mieter suchten, die die spirituelle Nutzung des Anwesens fortführen sollten. Die Familienschwestern selbst mussten das Haus aus Altersgründen aufgeben. Das Gebäude hat neun Gästezimmer und liegt direkt am See – mit eigenem Badeplatz. Die Communität IHS gründete einen gemeinnützigen Verein, der seit Februar 2012 Mieter des Schwesternhauses ist. "Wir möchten Menschen einen Freiraum öffnen, damit sie wieder ihre eigenen Ressourcen entdecken. Wer bei uns einige Tage verbringen möchte, sollte spirituelle Offenheit mitbringen und psychisch stabil sein."

Aus vier Frauen besteht die Communität inzwischen. Drei von ihnen leben permanent in Ambach: Kyrilla Schweitzer (58) ist als Exerzitienreferentin im Exerzitienhaus Leitershofen der Diözese Augsburg tätig. Gabriela Grunden (52) ist promovierte Theologin und leitet die Glaubensorientierung beim Ordinariat der Erzdiözese München und Freising. Die dritte im Bunde, Marianne Müllner, arbeitet als Diplom-Ingenieurin für Architektur im Bereich der Kirchensanierung. Sie gehört seit Anfang 2015 der Communität an. Aus der Ferne begleitet das vierte Mitglied der Gemeinschaft ihre Mitschwestern: Die 42-jährige Dorothee Stitz wirkt als Klinikseelsorgerin und Pastoralreferentin in Fulda und ist der Communität vor allem durch das Gebet verbunden.

„Wir hatten vor der Gründung der Communität auch überlegt, uns einer bestehenden Gemeinschaft anzuschließen“, erzählt Gabriela Grunden, „aber diese Möglichkeit hat sich damals nicht ergeben.“ Die vier Frauen orientieren sich an den evangelischen Räten, eine Ordensgemeinschaft im klassischen Sinne sind sie nicht. Die Spiritualität der Communität ist ignatianisch: Gott suchen und finden in allen Dingen. „Wir gehen geschwisterlich miteinander um und sprechen uns auch mit ‚Schwester‘ an“, erzählt Marianne Müllner. Die 49-Jährige Berlinerin lernte die Gemeinschaft im Rahmen von Einzelexerzitien kennen: „Das Einfache sagt mit sehr zu und passt zu mir. Es hat sich rasch ein Vertrauensverhältnis zu meinen Mitschwestern aufgebaut. Die kleine Gemeinschaft ermöglicht es, Bezug aufeinander zu nehmen, lieben und empfangen zu können. Ich kann zudem hier meine Beziehung zu Gott in einer Freiheit leben, die mir angemessen ist.“

Den Namen IHS wählte die Gemeinschaft spontan, als sie die Zeichen auf dem Holzofenbrot sah, das ins Haus geliefert wird. „Communität IHS“ steht auch auf der Kette, die jedes Mitglied um den Hals trägt. Am Morgen trifft man sich zu einer halbstündigen Gebetszeit und dem gemeinsamen Frühstück, am Abend zu einem kurzen Austausch. Die Communität ist durchaus offen für neue – möglicherweise auch männliche – Mitglieder, derzeit aber nicht aktiv auf der Suche.

Die Gemeinschaft bietet ignatianische Exerzitien und Seminare an, „die Menschen zum Beten und geist- licher Erneuerung bringen“, so Gabriela Grunden. „Die Nachfrage nach Gesprächsbegleitung ist sehr groß. Wir nehmen Menschen aller Konfessionen, wenn deren Herz auf der Suche ist.“ Die gesamte Organisation sowie alle häuslichen Aufgaben erledigt die Gemeinschaft selbst, sie hat keine Angestellten. Gäste erhalten Frühstück und versorgen sich tagsüber in der Regel in der Gästeküche selbst. Nur bei Kursen gibt es Vollverpflegung. Auch externe Gruppen haben die Möglichkeit, Kurse im Ambacher Schwesternhaus zu veranstalten.

Die Communität IHS hat noch viele Pläne, beispielsweise eine tägliche Gebetszeit für Menschen von außen. „Wir schauen optimistisch in die Zukunft“, sagt Marianne Müllner, „unser Ziel ist es, die Verbundenheit zwischen den Menschen zu stärken, wach zu bleiben und mit Gott im Gespräch zu sein.“

Ein Artikel aus der Münchner Kirchenzeitung vom 6.9.2015. Das Interview führte Petra Altmann.

Sendung über Ignatius

Im Deutschlandfunk lief am Mittwoch, den 2.9.2015 eine Sendung über Ignatius. Unter diesem Link kann man die Sendung nachhören: http://bit.ly/1Nc2NAs

Mein Weg in die Gemeinschaft IHS

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen erzählen, wie mein Weg mich zur Gemeinschaft IHS geführt hat, da ich ab August mit Gabriela Grunden und Kyrilla Schweitzer in Ambach leben werde.

Ursprünglich komme ich aus Berlin und lebe jetzt fast vier Jahre in Bayern (Kempten). Ich bin als Architektin in der Bausanierung und Denkmalpflege tätig.

Über viele Jahre ist bei mir durch Verbindungen in der Ökumene eine persönliche Vorliebe für Exerzitien, Meditation und besonders zur Eucharistie gewachsen. Zur katholischen Kirche bin ich dann 2012 konvertiert.

Als einfach getaufter Christ (vor 21 Jahren), ist es mir wichtig das Geschenk des Glaubens ganz schlicht im Alltag leben zu können.

Auf der Suche dies mit anderen Christen zu teilen, fand ich Menschen wie Kyrilla Schweitzer und Gabriela Grunden, die das in einer großen inneren Freiheit seit 3 1/2 Jahren in Ambach leben.

Es ist sicher ein neuer Weg, innerhalb der Kirche, Formen zu finden gemeinsam seinen Glauben zu leben, ohne unbedingt ein Amt in der Kirche zu haben. Vielmehr einfach als Laien, sich unter die Menschen zu mischen und Räume Gottes zu öffnen (wie Madeleine Delbrel es schon vor 70/ 80 Jahren tat).

Dieser Weg brauchte für mich viel Ermutigung, ob das so möglich ist. Es ist möglich geworden durch die Zusagen Gottes in vielen Gebeten, durch ermutigende Gespräche mit Menschen, die mir nahe stehen und einfach durch das Reifen lassen über die Zeit. Gemeinsam im Schwesternhaus Ambach zu sein, ist für mich ein Prozess des Freiwerdens auf den Geist zu hören und mich Gott zur Verfügung zu stellen.

So kann ich nur einladen diesen Ort einmal kennenzulernen und frei von allen Schemata Gott ganz neu zu begegnen.

Marianne Müllner

Herz über Kopf

Ich kann mein Herz verschenken, es verlieren; ich kann an einem gebrochenen Herzen leiden, ich kenne das verwirrte Herz, das verstockte Herz, die Herzenshärte und die Herzenswärme. Herzensangelegenheiten: Es geht um mehr als um den lebenswichtigsten Muskel – es geht um mehr als um Partnerschaftsvermittlung „mit Herz“. Wenn Christen und Christinnen am 12. Juni 2015 das Herz-Jesu Fest feiern, dann vergewissern sie sich, dass Gott in Jesus sein Herz vorbehaltlos verschenkt hat, an jeden und jede von uns, einfach so. Gottes Herz schlägt für uns. Nicht Tod und Kreuz bilden den Fokus, sondern Gott zeigt sich im menschlichen Herzen. In der Kunst gibt es unterschiedliche Darstellungen.

Wie steht es mit unserem Herzen? Ist es gebrochen, traurig, verzweifelt, müde, sehnsüchtig, liebend, verwundet, vital? Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir (Augustinus). Und wie finden wir dieses befriedete Herz? Wie geschieht Herzensoffenheit? Durch Tun! so einfach, so schwierig. „Jesus hat mit Taten, nicht mit Worten geliebt“ (Papst Franziskus). Die selbstverständlichen und einfachsten Taten des Herzens sind die schwersten: Barmherzigkeit, Echtheit, Selbstlosigkeit, Respekt, Mitfühlen, Schweigen, Zuhören, Gebet. Kontemplativ im Tun (contemplativus in actione) daran kann man die Herzenssprache Gottes erkennen. Die Sicherheit, die keine Versicherung mehr braucht. Die Sprache des Herzens verstehen, heißt: sich von Gott lieben zu lassen: Herz über Kopf.

Dr. Gabriela Grunden

www.st-michael-muenchen.de

Transparenz

Gibt es Osterspuren? Ist das Licht von Ostern in Ihnen noch lebendig oder erloschen? Nach liturgischem Kalender feiern wir Ostern 50 Tage lang. Abgerundet wird es mit dem Pfingstfest, dem sommerlichen Fest der Transparenz Gottes: Von seiner Wortbedeutung hat Transparenz mit „sich zeigen“ zu tun, mit einem Hindurchscheinen, auch einem Durchschauen. Das Gegenteil ist Undurchsichtigkeit, Unklarheit. In Politik, Kultur, Wissenschaft, Justiz und nicht zuletzt in der Kirche ist oft von Transparenz die Rede. Transparenz wird postuliert, eingefordert, manchmal auch nur behauptet. Der Appell nach Transparenz ist dort zu hören, wo Worte, Haltungen und Vorgänge nicht mehr nachvollziehbar sind, wo der Verdacht lebt, dass Undurchsichtiges im Hintergrund steht und gerade nicht ans Licht kommen soll. Wie viel Lüge und Angst stecken oft dahinter.

Pfingsten dagegen deckt auf, durchbricht alle Intransparenz mit dem Licht von Ostern: Gott, geheimnisvoll und souverän, wird transparent für die Menschen; er hält nichts zurück, nicht einmal sich selbst. Ein größeres Wagnis gibt es nicht, riskanter geht es nicht. Die Orte verändern sich. Die Zeichen können andere sein. Zugesagt jedenfalls ist, dass Gottes Transparenz unsere Herzen erleuchtet uns Mut und Trost und Zuversicht schenkt. Möglicherweise geschieht dies ganz unspektakulär, kaum sichtbar, aber in jedem Fall innerlich erfahrbar und spürbar. Lassen wir die österliche Botschaft von Pfingsten konkret werden: Wagen wir mehr Transparenz für Gott und die Menschen.

Dr. Gabriela Grunden

Winterimpressionen

Winterlandschaft 1

Winterlandschaft 2

Winterlandschaft 3

Neuanfang

Ein Beitrag von P. Willi Lambert, Familienfest, Dezember 2014, aus dem Rundbrief der Schwestern von der heiligen Familie, Nr. 37, Dezember 2014, 5f.

Eine ruhige Woche in Ambach war schon in meinem Kalender eingeplant und dann kam noch die Einladung zum Jubiläumsfest der Familienschwestern dazu. Günstiger konnte es sich nicht zusammenfügen. Da ich während der letzten 10 Jahre öfters die weihnachtlichen und österlichen Liturgien mitfeiern durfte, hat mich dieses Zusammentreffen besonders gefreut. Schw. Alexia, die das „miteinander“ komponiert, bat mich, einige Eindrücke und Gedanken zu schreiben, die mir bei der Feier kamen. Hier sind sie:

Und er stellte ein Kind in die Mitte

Bei der Festrede von Alois Glück über die Situation der Familien und Kinder, blieb mir vor allem die Schlusspassage im Gedächtnis. Er sprach davon, dass etwa jedes fünfte Kind in den schulischen Institutionen schwerere Verhaltensstörungen habe. Oft machen sie der Klasse und dem Lehrpersonal ein sinnvolles Zusammensein und Lernen mehr als schwierig.

Glück fragte: Sehen wir diese Not? Lassen wir uns von ihr herausfordern? Fragen wir, was Kinder wirklich brauchen? Oder besteht unsere Pädagogik hauptsächlich darin, sie möglichst bald zu Erwachsenen „nach unserem Bild und Gleichnis“ zu machen? Fragen wir zu wenig, was das Kind wirklich braucht zum Kindsein? Beim Zuhören fiel mir ein neueres kleines Büchlein von meinem Mitbruder Josef Bill ein, das vor kurzem in der Reihe „Ignatianische Impulse“ im Echter-Verlag veröffentlicht wurde. Der Titel sagt das Entscheidende: „Und er stellte ein Kind in die Mitte. Der Lebenskompass Jesu.“ Auf die Frage hin, was zu unvergänglicher Lebendigkeit und Lebensfülle hinführe, hebt Jesus nicht zwei Steintafeln empor, sondern zeigt auf ein Kind: Von dem lernt für Euer Erwachsenen-Leben! Vieles, wenn man genau hinschaut, kann man von Kindern lernen. Vor allem, eine ich, ist eines die Botschaft aller Kinder dieser Welt: Der Mensch kann nur aus und in Beziehung leben! Wenn dies so ist, dann ist die wichtigste Frage: Wie können wir Beziehungen so leben, dass sie Leben schenken? Heißt dann Liebe nicht: „Interesse am Wachstum des andern“ und auch, wie Ignatius sagt: „Die Liebe besteht im Mitteilen/Kommunizieren von beiden Seiten.“ – Danke dafür, dass wir im Blick auf die Geschichte Ihrer Gemeinschaft die Sorge um Kinder und Familien, um Menschsein und Menschwerdung so lebendig dargestellt, gelebt und vorgelebt bekamen!

Aufgeben als Auf-Gabe

In der wohlgelungenen Festschrift gibt es auf Seite 58 eine Tabelle mit der Überschrift „Eigene Häuser“. Darunter, bei „Haus Ambach“ heißt es:

Schwesternerholungsheim - Begonnen August 1923 - Aufgegeben 2012.

Als ich das las musste ich denken: Ja, den Beginn habe ich nicht miterlebt, wohl aber die Früchte des Beginnes immer wieder dort genossen. Und mir kam: Das „Aufgeben“ war nicht nur wie man ein verlorenes Spiel aufgibt oder ein Unternehmen, weil es bankrott macht. Es war eine Aufgabe – so bekomme ich das mit – die eine Übergabe war, die zur Aufgabe wurde. Vieles was ich und viele andere als Vorgabe aus der Vergangenheit miterleben durften - die Gastlichkeit, die familiäre Atmosphäre, die Verbundenheit mit den Menschen in der Gegend, natürlich das 5. Evangelium des Naturerlebens, die geistliche Ausstrahlung durch die Familienschwestern allein durch ihre Anwesenheit, aber auch manches gute Wort und Gespräch – all dies wird auf vielfache Weise weitergeführt durch die einmal sogenannten „neuen freien Schwestern“ der kleinen Gemeinschaft „Comunitas Jesu“. Weiter-geführt, nicht nur „eben irgendwie weitergemacht“.

Das große Geschenk von Stille, Ruhe, Naturschönheit, Erholung wird in wachsendem Umfang angeboten für Menschen, die ausgebrannt sind, die einfach ein paar Tage Stille oder begleitende geistliche und lebensberatende Gespräche brauchen. Das Wort „Gesundung“ ist bewusst in die Ausschreibung der Angebote aufgenommen worden. Und gemeint ist damit – wie immer im Evangelium – leibliche, seelische und geistliche Heilung und Heiligung. Die Dankbarkeit und Verbundenheit mit Leuten aus der Umgebung hat sich fast nahtlos auf die „Nachfolgerinnen“ übertragen – zum gegenseitigen Nutzen. Wohlwollen und Mithilfe von der einen Seite, Weiterführung der Krankengottesdienste im Haus und darüber hinaus in manchen Kirchen der Umgebung die Feier von Wortgottesdiensten; ein Angebot, das gerne angenommen wird und für die jetzige und mehr noch kommende kirchliche Situation bedeutsam ist. ...

Wenn Ambach 2012 „aufgegeben“ wurde und seitdem weitergeführt wird, dann bedeutet dies weniger die Anwesenheit von neuen „Führungskräften“, sondern von Menschen, die Ausschau halten wie sie geführt werden.

Willi Lambert SJ

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